Pressemitteilung: Der Faire Handel in Zahlen 2018: Mobilisierung der Fairtrade Akteure

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Pressemitteilung: Der Faire Handel in Zahlen 2018: Mobilisierung der Fairtrade Akteure

von Fairtrade Lëtzebuerg

Wie auch in Sachen Umwelt und Klimaschutz gewinnt wirtschaftliche Gerechtigkeit für die Öffentlichkeit kontinuierlich an Bedeutung. Die gerechte Bezahlung der Produzent*innen im Globalen Süden wird mehr und mehr zum Augenmerk von Bürgern und stellt Unternehmen und den Staat folglich vor eine große Herausforderung. Der faire Handel bietet eine konkrete Lösung um die Schattenseiten der wirtschaftlichen Globalisierung zu überwinden, letztere zieht nämlich oft starke Ungleichheiten und brutale Konsequenzen mit sich.

In Luxemburg nimmt der Markt stetig zu, die Akteure mobilisieren sich und das Fairtrade-System entwickelt sich!

Bildung der Bürger und Weiterentwicklung des Fairtrade Angebots in Luxemburg

Im gesamten Jahr 2018 wurde die Sensibilisierungsarbeit der NGO Fairtrade Lëtzebuerg durch die weite Verbreitung von Informationen zum fairen Handel über zahlreiche Medien charakterisiert. Darüber hinaus waren aber auch die nationalen Sensibilisierungskampagnen von besonderer Bedeutung, darunter: „Lëtz Step to Fairtrade“, „Make Bananas Fair“ mit dem Programm „ONLY“, sowie die Textilkampagne „Rethink your Clothes“. 2018 konnten 115 Veranstaltungen erfasst werden, welche von Fairtrade und dessen Partnern organisiert wurden. Diese Events haben geschätzt 9.000 Personen angezogen. Außerdem wurde die Bildungsarbeit für junge Generationen weiter fortgesetzt, dies mit insgesamt 86 Workshops von denen 34 in Grundschulen und 52 in Lycées abgehalten wurden. Mit dem Workshop „Vom Baumwollproduzent bis hin zu Ihrer Garderobe“ hat die NGO Fairtrade Lëtzebuerg gleichzeitig das Angebot zur Weiterbildung für Erwachsene erweitert. Nicht zu vergessen ist die politische Öffentlichkeitsarbeit im öffentlichen Beschaffungswesen sowie in Sachen Sorgfaltspflicht für Unternehmen in Bezug auf Menschenrechte.

Die Konsument*innen in Luxemburg haben 2018 mehr als 19.3 Millionen Euro für Fairtrade zertifizierte Produkte ausgegeben. Der Umsatz durch die Verkäufe von Fairtrade Produkten der unterschiedlichen Partner der NGO stieg im Vergleich zum Vorjahr um 19%. Die jährlichen Durchschnitts-Ausgaben für Fairtrade Produkte liegen nun pro Einwohner bei 32,13€.

Die treibenden Kräfte hinter diesem starken Wachstum in 2018 sind Rosen (+64%), Textilien (+58%), Schokoladenprodukte jeder Art (+37%), Bananen (+19%) und Kaffee (+11%). Fairtrade Rosen haben sich dabei mit einem Marktanteil von etwa 38% zum Aushängeschild des fairen Handels in Luxemburg entwickelt. Bananen, mit einem Marktanteil von 30% und Kaffee mit etwa 10% komplettieren das Podium.

2018 war außerdem Jahr der Innovationen für luxemburgische Fairtrade Produkte, dies dank der Erweiterung des Sortiments von Backwaren, der ersten Fairtrade zertifizierten Modekollektion und der Einführung der ersten Fairtrade zertifizierten Tees. In Luxemburg sind 2330 Fairtrade zertifizierte Produkte auf dem Markt, davon stammen 186 von luxemburgischen Akteuren. Dies bedeutet eine gute Zunahme des luxemburgischen Fairtrade Angebots von etwa 24% im Vergleich zu 2017.

 

Neue Möglichkeiten für die Produzent*innen im Globalen Süden und Angleichung der Kontrollen der Akteure im Norden

 

Das Jahr 2018 wurde auch bestimmt durch die Einführung des Labels für einzelne fair gehandelte Zutaten in zusammengesetzten Produkten, welches neue Absatzmöglichkeiten für die Produzentenkooperativen anbietet. Hinzu kommt, dass auch Unternehmen die Möglichkeit haben, sich progressiv mit einzelnen Fairtrade Zutaten in Produkten für einen fairen Handel einzusetzen.

Die andere Neuheit im Jahr 2018 bestand in einer Änderung der Zertifizierung und Kontrolle der luxemburgischen Lizenznehmer. Diese werden ab sofort von der unabhängigen Organisation FLOCERT GmbH kontrolliert und zertifiziert. Um die Forderungen der Zertifizierungsnorm ISO 17065 zu erfüllen war eine Angleichung des Fairtrade- Zertifizierungssystems auf internationalem Niveau unabdingbar. Die unabhängige Organisation FLOCERT GmbH erfüllt die nötigen Normen und Forderungen in Sachen Kompetenz, Kohärenz der Tätigkeiten und Unparteilichkeit. Zur Folge wurden sie von Fairtrade Lëtzebuerg beauftragt, Audit- und Zertifizierungsdienstleistungen für die Lizenznehmer von Fairtrade Lëtzebuerg ab dem ersten August 2018 zu übernehmen.

2020 and beyond

Dass die Verbraucher in Luxemburg 20 Millionen Euro für Produkte aus dem fairen Handel ausgeben erschien noch vor wenigen Jahren utopisch. Dieser Meilenstein ist nun in Reichweite, und wir hoffen, ihn im Jahr 2020 zu erreichen.

Die Produzent*innen aus Ländern des Globalen Südens profitieren sehr von dieser positiven Entwicklung. Die NGO Fairtrade Lëtzebuerg trägt zur Verbesserung der Lebensbedingungen von mehr als 1.66 Millionen Produzent*innen und Arbeiter*innen im Fairtrade Netzwerk in 1599 Organisationen, verteilt auf 73 Länder, bei. Sowohl für die Familien der Kleinproduzent*innen als auch für die Arbeiter*innen auf den Plantagen gewährleistet der garantierte Fairtrade Mindestpreis eine Sicherheitsnetz gegen Marktpreisschwankungen und sichert die nötige Stabilität um nachhaltig die Produktion zu planen und die Produktionskosten zu decken. Je mehr Produkte wir zu fairen Handelskonditionen verkaufen, desto mehr Produzentenorganisationen erhalten Fairtrade-Entwicklungsprämien – dies sind zusätzlich zum Kaufpreis bezahlte Beträge, die in Projekte investiert werden, welche der gesamten Gemeinschaft zugutekommen. Sie tragen dazu bei, die Lebensqualität der Menschen zu verbessern und ihnen bessere Zukunftsperspektiven zu bieten, zum Beispiel durch den Bau von Brunnen, Schulen und Kliniken, aber auch durch die Förderung der Frauenrechte, die Verbesserung von Umweltschutzmaßnahmen, die Anpassung an den Klimawandel und eine nachhaltige Landwirtschaft. Fairtrade Produzent*innen sowie Arbeiter*innen in Asien, Lateinamerika und Afrika haben 2017 Fairtrade Prämien in Höhe von 178 Millionen Euro erhalten.

Existenzsichere Einkommen und Löhne sind auch weiterhin ein klares Ziel und ein Grundpfeiler der Strategien und der Arbeit vor Ort der Fairtrade Bewegung!

Die komplette Pressemitteilung mit Anhang herunterladen (auf französisch)

Communiqué : Le commerce équitable en chiffres en 2018 : Mobilisation des acteurs Fairtrade (607,0 KiB)

Anhang (auf französisch)

Arrêt sur 5 filières importantes pour le marché luxembourgeois et zoom sur des actions concrètes au Sud.

Roses : Progression exceptionnelle, « Floor Wage » pour les fermes floricoles et Empowerment

Avec une part de marché de 38 %, la rose équitable devient le produit phare du commerce équitable au Luxembourg ! Les consommateurs luxembourgeois sont plus que fidèles à la reine des fleurs Fairtrade avec une progression de 64 % en 2018. Il faut savoir que la majorité des roses Fairtrade vendues dans le monde proviennent d’Afrique de l’Est où il n’existe ni salaire minimum national ni salaire conventionnel pour les travailleurs agricoles. Le mouvement Fairtrade a introduit un salaire minimum appliqué aux fermes floricoles pour les fermes d’Ethiopie, du Kenya, de la Tanzanie et de l’Ouganda. Conséquences : certains salaires ont augmenté jusqu’à 80 %. En réaction au « floor wage » lancé dans les fermes Fairtrade, le gouvernement éthiopien prévoit maintenant d’introduire un salaire minimum national pour le secteur floricole conventionnel.

De plus, le programme Flower Enhancement, mis en œuvre par Fairtrade Africa, a pour but d’appuyer les travailleuses et travailleurs des plantations de fleurs d’Afrique de l’Est (Kenya, Ethiopie, Tanzanie et Ouganda). Le programme a permis de former près de 10 000 aux garanties environnementales du cahier des charges Fairtrade. Plus de 600 travailleuses et travailleurs et managers de 15 plantations ont été sensibilisés à la lutte contre les discriminations de genre. En Ethiopie, 170 représentants de travailleuses et travailleurs de 40 plantations ont été formés à la négociation salariale, ce qui a contribué à la mise en place d’un salaire minimum de 1 450 Birr (monnaie éthiopienne) dans les plantations certifiées contre 950 Birr dans la filière conventionnelle.

Bananes : Succès confirmé pour la banane et «living wage»

Avec une progression en volume de 19 % en 2018 et une part de marché de 30 %, la banane équitable labellisée Fairtrade connaît une belle croissance. La place majeure de la banane équitable résulte de l’engagement de la plupart des distributeurs et aussi de l’engagement de quelques acteurs de proposer à leurs clients uniquement des bananes bio-Fairtrade.

Dans la stratégie du mouvement Fairtrade, nous aspirons à ce que tous les travailleurs des plantations certifiées de bananes gagnent un salaire vital jusque fin 2020.

CAFé : Consommation Fairtrade en hausse, prix Fairtrade - véritable filet de sécurité-, Climate Change Academy

Introduit au Luxembourg dès 1992, le café Fairtrade continue sa progression constante. Il représente aujourd’hui au Luxembourg un chiffre d’affaires d’environ 7,5 millions d’euros pour un volume de 373 tonnes, soit une augmentation de 11 % par rapport à 2017. Quant aux torréfacteurs luxembourgeois, ils ont enregistré en moyenne une augmentation de 4% des ventes de leurs cafés Fairtrade et représentent 42% du marché luxembourgeois du café Fairtrade. Avec une part de marché de 10%, le café Fairtrade reste le produit le plus commercialisé, en valeur et en nombre de partenaires engagés.

Sévèrement confrontés aux effets du changement climatique, les producteurs de café sont également soumis à des prix de marché au plus bas.  En septembre 2018 ainsi qu’en mars 2019, le prix du café arabica sur le marché mondial est tombé en dessous du niveau critique de 1 dollar par livre. À ce prix bas, la plupart des petits producteurs ne peuvent pas couvrir leurs coûts de production. Cela montre l’importance du prix minimum Fairtrade de 1,40 dollars par livre auquel il faut ajouter la prime Fairtrade de développement qui est investie dans des projets communautaires. Le mouvement Fairtrade se mobilise pour mettre également en place des projets d’adaptation et de mitigation, notamment avec la Fairtrade Climate Academy développée par les réseaux de producteurs.

Des producteurs de l’union Machakos de coopératives de producteurs de café au Kenya ont ainsi été formés à des techniques de production durables et résilientes du café : gestion opti- misée de l’eau, plantation d’arbres d’ombrage ou encore association culturale avec d’autres plantes. Des familles ont bénéficié de fours améliorés optimisant l’utilisation de bois de chauffe et réduisant les émissions de CO2 ou gaz à effet de serre.

Cette expérience concluante a été répliquée dans d’autres pays et continents, notamment en Bolivie où elle a permis la mise en place de 320 pépinières de 1 000 plants de caféiers chacune et l’élaboration d’un plan d’adaptation au changement climatique par les coopératives participantes.

Le réseau Fairtrade des producteurs d'Asie (NAPP) a lancé une «Climate School» pour accompagner, dans un premier temps, 12 organisations de producteurs de 4 pays (Vietnam, Indonésie, Inde et Laos).

Cacao : des pâtisseries locales au top, augmentation de 20 % du prix Fairtrade, Women’s School of Leadership

En 2018, les preneurs de licence luxembourgeois nous ont régalés en introduisant sur le marché des nouveaux produits à base de cacao Fairtrade. Plus de 37% de progression pour le cacao, ceci grâce à l’élargissement de la gamme de glaces biologiques, les produits saisonniers divers offerts pour la saison de Pâques et de Noël, ainsi que les nouvelles viennoiseries qui ont fait fondre plus d’un consommateur !

Bien que le prix du cacao sur le marché mondial se soit légèrement redressé en 2018, ce sont toujours les petits producteurs de cacao qui subissent les conséquences de la volatilité des prix. Le mouvement Fairtrade a décidé de réévaluer de 20% le prix minimum garanti aux producteurs, qui passe de 2 000 $ par tonne à 2 400 $ par tonne, et la prime de développement, qui passe de 200 $ par tonne à 240 $ par tonne. Pour le cacao issu de l'agriculture biologique, le prix Fairtrade est majoré de 300 $ par tonne.

Ces évolutions, qui entreront en application le 1er octobre 2019, résultent d’un important processus de révision initié dès 2017 et qui s’est déroulé en plusieurs étapes : une étude de terrain pour mesurer les revenus des producteurs de cacao en Côte d’Ivoire, des études et analyses des coûts de production durable sur un échantillon de coopératives certifiées dans différents pays, la consultation des producteurs et des entreprises partenaires et de la société civile, puis la décision finale prise lors du Comité des Standards de novembre 2018.

De plus, le mouvement Fairtrade a initié un programme « Women’s School of Leadership » en Côte d’Ivoire pour promouvoir l’égalité des genres et développer leur autonomie personnelle. Il vise aussi à améliorer les chances des femmes dans les communautés agricoles via des formations en finance, négociation et prise de décision. Diplômés à l'issue du programme, 19 femmes et 3 hommes, issus de 7 coopératives ivoiriennes de cacao, sont désormais des ambassadeurs de cette « École du Leadership » : ils partagent leurs connaissances avec leurs communautés et leurs coopératives, soit environ 5 000 personnes. Le modèle a été reproduit en Amérique latine où 109 femmes de 6 organisations au Guatemala ont terminé avec succès leur formation, et une nouvelle école a été créée début 2019 par le réseau Fairtrade de producteurs d’Asie et du Pacifique (NAPP).

Textile : Élargissement de l’offre, Standard Textile, Secteur BtoB

Le coton équitable connait une progression de 58% en 2018 mais reste cependant une niche. De nouveaux acteurs sont actifs sur le marché luxembourgeois comme par exemple l’artiste Jacques Schneider qui développe une partie de ses créations avec du textile Fairtrade. En général, l’offre se développe lentement mais c’est surtout l’intérêt du consommateur qui augmente. Grâce notamment, à la campagne RETHINK YOUR CLOTHES, organisée sous le mandat de la Coopération luxembourgeoise et menée entre novembre 2017 et juin 2019, qui a eu pour but de lancer le débat autour de la fabrication de nos habits et des conditions indignes de rémunération et de travail dans cette filière. La campagne cherchait à montrer qu’une autre façon de consommer est possible : plus responsable et plus consciente des enjeux sociaux et écologiques. Le secteur BtoB commence également à prendre conscience de ces enjeux et certains acteurs comme l’entreprise Alfred Reckinger ou encore les « Lëtzebuerger Guiden a Scouten » ont choisi des uniformes 100% Fairtrade pour leurs employés resp. leurs membres. Le secteur BtoB a un énorme potentiel de croissance dans ce domaine et nous invitons les acteurs publics à inscrire dans les appels d’offres le critère du commerce équitable dans les spécificités du produit.

L’ONG Fairtrade Lëtzebuerg

En tant qu’organisation indépendante, Fairtrade Lëtzebuerg, fondée en 1992, s’engage pour un commerce équitable et une consommation durable au Luxembourg. Ses champs d’activités se situent principalement dans les domaines suivants : travail de sensibilisation, éducation à la citoyenneté, plaidoyer politique ainsi que la promotion des produits portant le label Fairtrade sur le marché luxembourgeois.

Fairtrade Lëtzebuerg est membre du système international Fairtrade. Celui-ci regroupe l’organisation-mère Fairtrade International, des organisations nationales dans 30 pays ainsi que trois réseaux de producteurs continentaux. Le réseau international fixe les standards Fairtrade valables au niveau mondial. Les représentants des producteurs possèdent 50% des voix et ont donc un pouvoir égal dans toutes les décisions stratégiques. Le respect des standards le long de toute la chaîne d’approvisionnement est contrôlé par l’organisation indépendante de certification FLOCERT GmbH.

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